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Erwachsenenbildung international: Vertreter aus acht Ländern tagen in Regen
So sieht europäische Gemeinschaft aus, wenn sich die Delegationsleiter von Bildungseinrichtungen aus acht Nationen treffen.Mit dabei (von links): Petri Sotarauta (Finnland), Broschüre zum Projekt [pdf-Datei 603kb] Regen. Das gemeinsame Europa funktioniert − zumindest in diesem Moment und an diesem Ort. Drei Dutzend Menschen stehen fröhlich plaudernd an den Stehtischen im Vortragsraum der Volkshochschule Regen. Es wird gelacht und umarmt, und es wird vor allem Englisch gesprochen; mit mehr oder weniger starkem Akzent oder auch mal mit gut hörbarem irischen Einschlag. Aus sieben EUStaaten kommen die Leute, die sich hier offensichtlich gut verstehen: aus Irland, Belgien, Spanien, Finnland, Ungarn, Estland und Deutschland. Und Vertreter aus einem Nicht-EU-Land sind auch dabei, aus der Türkei. Zusammengeführt hat die Menschen ein EU-Projekt mit dem Namen „WHITE“ − „Ways of Helping Immigrants Through Education“, übersetzt: Wege, Einwanderern durch Bildung zu helfen. „Aus allen Teilnehmerländern sind Einrichtungen der Erwachsenenbildung dabei; wir haben in den vergangenen zwei Jahren Erfahrungen ausgetauscht, haben die Institutionen in den Partnerländern besucht; und heute beginnt die Abschlusskonferenz des zweijährigen Projekts“, erläutert Herbert Unnasch, Geschäftsleiter der vhs Regen und Leiter des WHITE Projekts. Weil die vhs Regen als Projekt-Koordinator agierte, findet der Abschluss-Kongress in Regen statt. Und Landrat Heinz Wölfl als vhs-Verbandsvorsitzender konnte die Gäste aus Europa begrüßen − in einem Englisch, das den neuen deutschen EU-Kommissar Günther Oettinger, dessen Englisch unterirdisch ist, vor Neid hätte erblassen lassen. Wölfl lobte die Aktivitäten der vhs und ihre europäischen Aktivitäten. „Der Erfahrungs- und Wissensaustausch mit Partnern in ganz Europa stärkt die Toleranz, verbessert die sprachlichen Fähigkeiten, fördert die interkulturelle Kompetenz und stärkt die Persönlichkeit“, so der Landrat. Dass die vhs und der Landkreis wirklich gute Gastgeber sind, das zeigte sich beim herzlichen Dank durch die Estin Ave Landrat (die Dame heißt wirklich so), die Heinz Wölfl als symbolisches Geschenk einen kupfernen Knopf überreichte. Ein Knopf halte zusammen, ein Knopf lasse sich öffnen, so Ave Landrat, als sie das Geschenk überreichte. Was haben die Projektpartner in den vergangenen zwei Jahren gelernt? „Es gibt durchaus Länder, die sich intensiver um die Integration von Ausländern bemühen“, sagt Herbert Unnasch, „bei uns besteht das in erster Linie im Angebot von Sprachkursen.“ Ein Beispiel für das intensive Bemühen brachte Petri Sotarauta aus Finnland. Vor allem aus den Nachbarländern Russland und Estland kämen Immigranten nach Finnland, und Finnland ist auch aktiv auf der Suche nach Fachkräften, die angeworben werden. „Ein Kollege von mir ist zurzeit in Varna in Bulgarien, um dort Finnisch-Kurse zu geben für Bulgaren, die einmal in Finnland arbeiten sollen“, erzählte Petri Sotarauta. Fachkräftemangel, wie er in Finnland herrscht, ist auch in den ländlichen Regionen in Deutschland bekannt: Pflegekräfte und Ärzte sind gesucht. Für die gestrige Tagung in der vhs hatten die Organisatoren auch eine ganze Reihe Bildung macht Spaß Erwachsenenbildung international: Vertreter aus acht Ländern tagen in Regen von Immigranten, die im Landkreis Regen leben, eingeladen. Aus dem Kosovo, aus Thailand, aus afrikanischen Staatenwaren die Gäste, die berichten sollten, was ihnen das Leben in Deutschland schwer und vielleicht auch ein bisschen leichter gemacht hat. „Es sind überwiegend Immigranten, die hier bei uns im Haus Deutsch-Kurse belegt hatten, “, sagte Unnasch zur Auswahl. Und so waren gestern 19Nationen in der vhs vertreten. Dass der gegenseitige Austausch nicht allein den fachlichen Bereich betrifft, wird im weiteren Programm deutlich. Die Gäste durften gestern das Haus zur Wildnis und einen Teil des Nationalparks kennenlernen, heute geht es nach Passau. Hier steht neben einer Stadtführung aber auch der Besuch eines eher ungewöhnlichen Stammtischs auf dem Programm: An dem Stammtisch versammeln sich regelmäßig ausländische Frauen, die in Passau leben. Das WHITE-Projekt läuft aus, was kommt dann? Es laufen Bewerbungen für neue Projekte, die von der EU gefördert werden, sagt Unnasch. Die Bildungsträger müssen sich dafür Partner in anderen Ländern suchen. Und das falle der Regener vhs mit ihren guten Verbindungen gar nicht mehr so schwer. Denn, wie gestern zu sehen war: Die Partner kommen gerne in den Bayerischen Wald. − luk
Quelle: Bayerwald Bote - Michael Lukaschik
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